Der Bund, Werner Fricker, Bern: 28. Juni 2005

Umstrittene Standorte und Entscheidungen

«Anzeiger der Region Bern» kommt ab 2006 nicht mehr aus Bern

Was sich hier die zuständigen Gremien – Berns Gemeinderat – leisten, passt zu vielem, was sich die rot-grüne Regierung (und teils ihre Vorgängerin) schon geleistet hat. In einer unbernischen Hetze wurde auf die Idee des ‹grünen› Vorschlags eingegangen, die Parkplätze auf der kleinen Allmend zu schliessen und dafür die Familiengärten im Schermenwald zu verbetonieren. (Wissen denn die Zuständigen nicht, was die Familiengärten für die Gesundheit – Bewegung, saisonale Nahrung, keine Sonntagsausfahrten . . . – wert sind? Von der Integration ganzer Familien auf die kostengünstigste Art haben sie offenbar auch noch nie etwas gehört!) Diese Vorlage kam so unbernisch schnell, dass es dem Gegenkomitee kaum möglich war, zu agieren!

Die Kleine Allmend wurde in den letzten Jahren immer nur für ein paar Tage als Parkplatz genutzt, und keiner der Anwohner hat sich mehr darüber aufgeregt. Ein früherer Gemeinderat hat schon vor gut einem Dutzend Jahren den Familiengarten an der Stauffacherstrasse geschlossen, mit der Begründung, hier werde ein Druckzentrum gebaut. Dieses wurde dann jedoch in Zollikofen erstellt, seither vergammelt das Areal, dafür hatte die Stadtgärtnerei in all den Jahren keine Einnahmen mehr aus diesem Areal. Nun soll auch das Familiengartenareal Schermenwald für Firmen geopfert werden – gleichzeitig entzieht der gleiche Gemeinderat dem neuen Druckzentrum bei der Kleinen Allmend einen grossen Druckauftrag! Dank der «Verschiebung» der Parkplätze von der kleinen Allmend an den Schermenwald soll die Kleine Allmend mit Fussballplätzen und die Anwohner, die schon unter der Bahn (und dem nächtlichen Lärm der vielen neuen Firmen in der Umgebung) zu leiden haben, mit weiterem Lärm beglückt werden.

Wo sollen die Tschütteler parkieren, wo gehen sie auf die Toilette? Ich lache mich krumm, wenn ich an die Antwort denke, die mir seinerzeit ein Beamter gab: «Toiletten sind nicht vorgesehen, die Tschütteler müssen für dieses Geschäft zum Stadion hinüber.» Und das Parkieren . . . Man glaubt wohl an den Storch, wenn man annimmt, die jugendlichen Tschütteler würden nicht mit dem Auto gebracht.

Ich schlage vor, die Kleine Allmend so zu belassen, wie sie ist, und die Fussballplätze auf den liquidierten Familiengarten Schermenwald zu verlegen, denn dann wären sie auch bei den Parkplätzen, und der nächtliche und sonntägliche Lärm (und das Flutlicht!) würde niemanden stören. Fussballplätze gehören nicht in die Wohnzone!

Werner Fricker, Bern